The Hobbit – J.R.R. Tolkien

Was wurde bereits alles zu diesem Klassiker der Fantasyliteratur geschrieben!
Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der britische Schrifsteller John Ronald Reuel Tolkien (sonst  liest man ja immer nur die Initialen) seit Erscheinen des Buches seine Leserschaft verzaubert hat. Auch verfilmt wurde The Hobbit bereits des öfteren, aktuell ist eine dreiteilige Filmadaption zu sehen, von der gerade der zweite Teil in den Kinos ausgetrahlt wird. Zu Beginn des Jahres habe ich in Vorbereitung auf diese Trilogie die Romanvorlage noch einmal gelesen. Und mich gewundert, wie man aus solch einem schmalen Büchlein einen dreiteiligen Kinofilm machen kann. Na ja, wenn man Peter Jackson heißt, kann man das. The HobbitVon vielen wurde genau das ja heftig kritisiert. Ich fand’s eigentlich gar nicht schlimm, also dass in dem Film Dinge vorkommen, die so nicht im Hobbit stehen. Tolkiens Werk erstreckt sich ja auf zahlreiche Bücher und mich hat es nicht gestört, dass manches vom Stoff eben aus anderen Bänden der umfangreichen Mythologie Mittelerde kommt. Im Gegenteil, ich finde Peter Jackson hat wie auch schon im Herrn der Ringe ganze Arbeit geleistet und seine ganze Liebe und seine grenzenlos scheinende Imagination in die Verfilmung hineingesteckt.

Jetzt aber mal zurück zum Buch. The Hobbit erschien erstmals im Jahr 1937, nachdem Tolkien die Geschichte ursprünglich für seine eigenen Kinder erdacht hat. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Hobbit Bilbo Beutlin, von Natur aus ein gemütlicher Zeitgenosse, der gern und häufig isst und vor allem seinen geordneten Tagesablauf schätzt. Keine Überraschungen. Diese treten aber mehr als erwünscht in sein Leben, als er durch den Zauberer Gandalf in ein Abenteuer verwickelt wird, das ihn mit einer Horde Zwerge in die unglaublichsten Ereignisse hineinzieht. Zunächst mehr als widerstrebend lässt sich Bilbo auf das große Abenteuer ein.

Eines der schönsten Dinge in der Geschichte ist für mich, dass sich Bilbo im Verlauf der Geschichte selbst erst richtig kennenlernt und Züge an sich entdeckt, die ihm vorher überhaupt nicht bewusst waren. Er überrascht sich ständig, was sein Wesen und seine Fähigkeiten betrifft. Andere, also vor allem Gandalf, scheinen ihn von Anfang an besser zu kennen, als er sich selbst. Glaubt Bilbo anfangs ein typischer Hobbit zu sein, dem seine Gemütlichkeit, ein kuscheliges Zuhause und ausreichende Lebensmittelvorräte über alles gehen, entdeckt er nach und nach seine abenteuerliche Ader und lernt sein widerstandsfähiges und zähes Wesen kennen, das mal mehr mal weniger mutig den größten Gefahren und Hindernissen trotzt. Sein Charakter wird durch die Erfahrung komplexer und facettenreicher, am Ende der Reise ist er ein anderer Bilbo, als der er war, als er dazu aufgebrochen ist.

Tolkiens Roman lässt sich aus diesem Blickwinkel betrachtet als einen Aufruf dazu lesen, sich selbst zu entdecken und sich durch keine selbstauferlegten Beschränkungen daran zu hindern, ungeahnte Seiten zuzulassen. Auch dazu, sich hin und wieder zu fordern, bekanntes Territorium zu verlassen und seine Grenzen neu abzustecken. In dieser Hinsicht dient der Roman nicht nur als literarische Motivation für junge Leser ihre Fähigkeiten zu testen, sondern für jeden, genau diese zu überprüfen und gegebenenfalls zu erweitern.

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The Hobbit or There and Back Again by J.R.R. Tolkien. Houghton Mifflin, 2002.

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