Out of Africa – Karen Blixen

Der Jahreswechsel naht und mit ihm auch das Ende von Let’s read it in English…as you like it des Blogs Books & Senses.

Und auch wenn ich nicht weiß, ob ich es rechtzeitig schaffen werde, möchte ich wenigstens versuchen, diese erfolgreich abzuschließen.

Zum Glück habe ich im Laufe des Jahres, wenn auch nicht darüber geschrieben, so doch einige englische Bücher gelesen. Wenn ich richtig gezählt habe, fehlen mir über diese hinaus noch fünf oder sechs, die noch zu lesen wären. Das in ungefähr 30 Tagen – das müsste doch zu schaffen sein.

Eines der bereits gelesenen Bücher ist Out of Africa der dänischen Autorin Karen Blixen.

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Karen Blixen ist hierzulande auch unter Tania Blixen bekannt, im englischsprachigen Raum eher unter dem Pseudonym Isak Dinesen. Die 1885 geborene Schriftstellerin verbrachte aufgrund ihrer Ehe mit dem dänischen Baron Bror von Blixen-Finecke, Besitzer einer Kaffeeplantage in Kenia, siebzehn Jahre in Afrika. Die Ehe zerbrach, aber die Liebe zum schwarzen Kontinent blieb. In jener Zeit entstand eine tiefe Verbundenheit der Autorin mit Land und Menschen dort und auch wenn sie ihre vorübergehende Wahlheimat später wieder verlassen musste, so hat sie Kenia und vor allem ihre Farm nie vergessen können.

Das Buch Out of Africa erzählt von ihrer Zeit dort, von ihren Angestellten auf der Farm, ihren Versuchen, den Menschen zu helfen, ob in medizinischer Hinsicht oder als Ratgeberin für deren Nöte. Auch berichtet das Buch von Blixens Liebe zu dem englischen Piloten und Großwildjäger Dennis Fynch-Hatton, der später bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben kam und den Karen Blixen an ihrer gemeinsamen Lieblingsstelle begraben hat. Eine sehr berührende Stelle im Buch berichtet davon, wie ein Löwenpärchen zum Grab kommt und sich dort niederlässt um sich auszuruhen. Diese Begebenheit war für das Paar von besonderer symbolischer Bedeutung, da beide oft gemeinsam zu Safaris, die Dennis organisierte, aufgebrochen waren.

An dem Buch hat mir gefallen, wie anschaulich die Autorin eine Kultur beschreibt, die trotz ihrer Liebe zu ihr nicht ihre eigene ist. Zusammen mit Asien ist Afrika für mich der Kontinent, der mir im Vergleich zu meiner eigenen Kultur am fremdesten erscheint. Deswegen ist es für mich immer ein Glücksfall, wenn ich Büchern eines Schrifststellers begegne, der mir diese Fremdheit durch seine Texte vertrauter macht. Das ging mir bei Karen Blixen auf jeden Fall so. Sie konnte mir die Menschen in Afrika nahe bringen, obwohl sie in Vielem so anders handeln, denken und reagieren als wir es vielleicht als Europäer tun.

Nicht so gut hat mir hingegen die durch das Buch dennoch häufig hindurchscheinende Haltung der Kultureuropäerin Karen Blixen gefallen, die oft auch mit einem kolonialistisch anmutenden Blick auf die Einwohner Afrikas und das Land an sich schaut. Gut, man muss bedenken, es war auch noch eine andere Zeit, der Beginn des 20. Jahrhunderts. Vor diesem Hintergrund gesehen wirken möglicherweise Großwildjagden, die heute bei vielen eher Unverständnis auslösen, noch als normaler und erstrebenswerter. Trotzdem hat es mich beim Lesen oft ziemlich befremdet, wenn Blixens Leidenschaft zur Jagd und ihr Stolz  auf die erlegten Tieren zum Ausdruck kam. Das hatte auch etwas von Trophäenjagd und Sammlertum, was für mich an sich ein schwer greifbares Konzept ist.

Toll fand ich wiederum, wie sie ihre Beziehung zu den Menschen dort erzählt. Ich habe mit ihr gefühlt, als es für sie Abschied nehmen hieß und sie ihre Trauer und ihren Schmerz dazu beschrieb, zu wissen, dass sie liebgewonnene Menschen womöglich nie mehr wiedersehen würde.

Vielen ist der Film Jenseits von Afrika bekannt, mit Meryl Streep und Robert Redford in den Hauptrollen und mit einem wunderbaren Klaus Maria Brandauer als Bror Blixen. Dieses Buch zusammen mit anderen Sammlungen von Erlebnissen der Autorin wie Schatten wandern übers Gras bilden die Vorlage zu einem wie ich finde gleichwertig schönen Film.

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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