Flüsterherz – Debora Zachariasse

„In meinem Kopf herrscht noch immer Stille, aber ich spüre wieder etwas. Plötzlich sehe ich Tibby vor mir, mit ihrem warmen Lachen, bei dem die Sonne aufgeht. Und Easys meergrüne Augen, in denen ich nur zu gerne versinke. Doch jetzt ist Tibby fort und ich frage mich, ob ich sie hätte zurückhalten können. Alles, was bleibt, ist die Stille und die Erinnerung an einen magischen Sommer.

Dieser Klappentext aber vor allem das schöne Cover mit den doodle-artigen Malereien haben mich dazu veranlasst, Flüsterherz, meinen ersten Roman seit ich selber nicht mehr zu dieser Altersgruppe zähle, aus dem Bereich Jugendliteratur auszuleihen. Zugegebenermaßen war ich ganz schön erstaunt, so etwas in einem Jugendbuch zu finden. Ziemlich vorurteilsbeladen, oder? Warum sollte ein Buch für Jugendliche schlecht geschrieben sein? Eigentlich ziemlich unwahrscheinlich, es ist ja oft so schon schwer genug, junge Leute zum Lesen zu motivieren. Wären die Bücher dann auch noch schlecht, stünden die Chancen vermutlich nicht gerade besser🙂

In Flüsterherz geht es um eine Freundschaft und auch ein bisschen darum, was man für den anderen bereit ist zu tun und wie weit man dabei geht. Anna und Tiberia, gennant Tibby, lernen sich in der Schule kennen. Beide gehen in die neunte Klasse und kennen sich eigentlich aber schon aus dem Kindergarten. Danach war lange Zeit Funkstille, weil man sich aus den Augen verloren hatte. Nun aber kommt Tibby als „die Neue“ in Annas Klasse. Was schulische Erfolge betrifft sind die beiden so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Anna ist die klassische Überfliegerin, die kaum etwas für ihre guten Noten tun muss. Tibby dagegen muss sich abmühen, um überhaupt dem Stoff irgendwie folgen zu können.

Auch was das Zuhause der Mädchen betrifft könnte dies unerschiedlicher eigentlich gar nicht sein. Bei Anna geht alles ordentlich, ja fast schon ein bisschen spießig zu, während bei Tibby eine hippieartige Atmosphäre herrscht. Anfangs findet Anna das supercool, viel besser als bei ihr daheim, doch nach und nach sieht sie auch eine Kehrseite dieser lockeren Lebensweise. Vor allem an Tibby bemerkt Anna eine Veränderung. Die Freundin wirkt mit der Zeit immer in sich gekehrter und ist überhaupt nicht mehr so, wie am Anfang ihrer Freundschaft.

Dann ist da natürlich auch noch die Liebe…
Tibby steht auf Tarik, den lockeren Typen in ihrer Klasse, der aber leider eher Anna gut findet. Anna hingegen mag Easy viel lieber, den Neuen aus der 12. Klasse, der mit ihrem Bruder Sam befreundet ist, und das scheint auch auf Gegenseitigkeit zu beruhen.

Wenn man das bis hier alles hört, ist der erste Eindruck, dass man es mit den ganz normalen Themen zu tun hat, die sich mit dem Prozess des Älterwerdens ergeben. Stimmt auch, aber die Art, wie Debora Zachariasse einem diese näher bringt ist einfach gut. Sie schreibt so fesselnd, dass man das Buch nur noch ungern aus der Hand legen möchte. Die Autorin drückt sich in einer an manchen Stellen fast schon poetisch anmutenden Sprache aus, die einem die ganze Unsicherheit vor allem ihrer Hauptfigur Anna über die eigenen Gefühle begreifbar macht. Man fühlt mit ihr mit und möchte ihr am liebsten beistehen in dieser für sie so schwierigen Situation, von der ich hier jetzt aber nichts weiter verraten möchte um nicht die Spannung zu ruinieren.

Nach dem Ende des Buches ist eine Seite mit den wichtigsten Telefonnummern von Hilfe-Hotlines abgedruckt. Damit zeigt die Autorin, und mit ihr auch der Verlag, dass sie das Thema Ängste und Depressionen bei Jugendlichen gerade in der Pubertät sehr ernst nimmt und entsprechende Möglichkeiten sich Hilfe zu holen aufzeigt.

Was das Lesealter betrifft, würde ich das Buch so ab 14 bis 15 Jahren empfehlen, vorher glaube ich, ist das noch eine Spur zu krass. Andererseits wenn man bedenkt, dass so manche Kinder in dem Alter auch schon World of Warcraft und Call of Duty gespielt haben, kann man diese Einschätzung auch noch mal überdenken…

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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