Schreibt man Ka(t)ze mit tz?

Eine Sache, die meine Schüler gefühlt nie begreifen werden, ist, ob man Wörter mit tz oder nur mit z schreibt. Klar, ist auch nicht leicht. Bei alldem anderen Kram, den die Kinder in den ersten 2-3 Schuljahren in sich aufnehmen müssen, ist es kein Wunder, dass der Kopf irgendwann mal dichtmacht und abschaltet. Zumal ist die Orthographie (Orthografie, Ortografi) ja auch keine Sache, die wirklich logisch ist. Bis auf ein paar Regeln, die schon bei erster Hinterfragung sehr wackelig werden, gibt es kaum Hilfen zu entscheiden ein Wort so aber nicht soh zu schreiben. Auswendig lernen heißt da oft die Devise. Als Student der Sprachwissenschaften lernt man schon im ersten Semester dass die Laut-Buchstabenzuordnung alles andere als verlässlich ist, ich sag nur Zahn aber Fra_ge. Die Regel heißt, nach einem langen Vokal findet man häufig ein stummes h. Der Vokal „a“ ist in beiden Wörtern „Zahn“ und „Frage“ lang. Was ist also „häufig“ und vor allem – bei welchen Wörtern kommt „häufig“ vor?

Umso dankbarer bin ich für jede Hilfe, die ich meinen Kleinen an die Hand geben kann. Besonders bei der tz-Frage. Hier heißt die gängige Regel, die im Gegensatz zu vielen anderen zum Glück schon etwas nachvollziehbarer ist:

  • Steht vor dem z-Laut ein Konsonant oder ein langer Vokal bzw. Diphtong, schreibt man z: z.B. Herz, heizen
  • steht ein kurzer Vokal dort, muss man tz schreiben              (Quelle: mentor Lernhilfe Deutsch)

Dies können sich meine Schüler aber leider trotzdem nicht merken. Mal schon, meistens aber nicht. Letztens habe ich deshalb voller Freude eine weitere Hilfe in einem Schulbuch für Erst- oder Zweitklässler gefunden. Was wieder beweist, wahre Weisheit findet man an Stellen, an denen man es am wenigsten vermutet.😉

In dem Buch hieß es: „Das Trennen eines Wortes kann dabei helfen zu entscheiden, ob ein Wort mit tz oder nur mit z geschrieben wird.“ Beispiel: Katze und tanzen. Bei beiden Wörter hört man, wenn man nicht ganz deutlich spricht, gerne schon mal die Phonemkombination [tz]. Wenn man das Wort allerdings nach den Sprechsilben trennt, wird es sehr viel deutlicher, dass man zwar Kat & ze sagt aber nicht *tant & zen  (* = ungrammatisch).

Allein das hat natürlich auch noch keinen Ausschließlichkeitscharakter, ich könnte mir durchaus vorstellen, dass mein ein oder anderer Schüler auch das Wort tanzen so hört, als sei eine Trennung wie oben als ungrammatisch gekennzeichnet möglich. Aber zusammengenommen mit anderen Hinweisen, wie z.B. nach Wortfamilien Ausschau zu halten (Tanz, tänzeln (da hört man eigentlich nun wirklich kein [tz]), tanzbar, …) gibt es einem Unentschlossenen wirklich einige Hilfsmittel an die Hand und die Wahrscheinlichkeit einen Fehler zu machen sinkt ab.

Was habe ich dabei gelernt? Schulbücher für Grundschüler sind durchaus einen genaueren Blick wert!🙂

Buntstiftzeichnung meiner Schülerin Mina (3. Klasse)
Ist das Bild nicht wunderbar?

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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