Wie wär’s mit ein bisschen Englisch?

Seitdem ich unterrichte habe ich damit begonnen, auch meine eingestaubten Paukerlernkenntnisse in Deutsch und Englisch mal wieder etwas aufzufrischen. Ich kann Euch sagen, es ist wirklich ein riesengroßer Unterschied, Sprache in linguistischer Hinsicht zu begreifen oder sie einem anderen Menschen beizubringen. Nicht umsonst hat Noam Chomsky schon gesagt, dass die Kenntnisse, die man über die Grammatik seiner Muttersprache besitzt, „tacit“ sprich ein implizites Wissen sind. Das heißt nichts anderes als: „Ich kann es zwar tun, aber ich kann es nicht erklären!“

Na ja, zurück zum Thema. Ich dachte mir, eigentlich ist es ja gemein, meine Schüler zu quälen und selbst zu glauben, dass das, was ich weiß, schon ausreicht um es weiterzugeben. Hinzu kommt, dass es bei der heutigen Lese- und Lernunlust keinesfalls schaden kann, wenn mich meine Schüler am besten so häufig wie möglich mit einem Buch vor der Nase sehen. Sozusagen als Gegenprogramm zu Facebook, Twitter & Co.😉
Was Romane betrifft, ist das auch der Fall, was mir nicht selten die Frage einbrachte: „Wie? Hast du das Buch von letzter Woche schon zu Ende gelesen??!“ – Jaa, auch wenn es man es kaum glauben mag, nachdem man 1 Buch gelesen hat, verschwinden die Buchstaben nicht aus allen anderen Büchern… *kopfschüttel*

Da sich seit meiner eigenen Schulzeit wirklich so einiges verändert hat (das beginnt schon bei der Schreibweise von Buchstaben in Schreibschrift), investiere ich nun jeden Tag ein wenig Zeit um irgendetwas, was ich meinen Schülern zumute, selbst zu lernen. Dafür besorge ich mir in der Bibliothek Schulbücher in den Fächern Deutsch und Englisch aus allen Klassen und arbeite sie durch.

Für den Englischunterricht habe ich auf diese Weise kürzlich die Reihe von Macmillan Readers entdeckt. Macmillan Readers ist ein Lehrprogramm mit zugehöriger Buchserie zum Erlernen und Vertiefen der englischen Sprache. Die Reihe umfasst eine Vielzahl bekannter Buchtitel, die entsprechend der jeweiligen Lernstufe mit einer unterschiedlichen Anzahl von Basisvokabeln nacherzählt wurden. Die unterschiedlichen Lernebenen sind 1. Starter mit (ungefähr 300 Schlüsselwörtern), 2. Beginner (ca. 600 Wörter), 3. Elementary (ca. 1.100 Wörter), 4.  Pre-Intermediate (ca. 1.400 Wörter), 5. Intermediate (ca. 1.600 Wörter) und 6. Upper Intermediate (ca. 2.200 Wörter).

Mein erstes Buch aus der Macmillan Serie war Persuasion von Jane Austen, nacherzählt von Rachel Bladon. Das Buch wurde von Macmillan in das Level Pre-Intermediate eingeordnet. Neben dem nacherzählten Text mit vielen Illustrationen bietet das Buch gesonderte Grammatik- und Vokabelübungen. Auf zwei beiliegenden Audio CDs ist der Text zusätzlich als Hörbuch eingesprochen, was sehr hilfreich ist, weil man dadurch eine zusätzliche auditive Hilfe zur Intonation und Aussprache erhält. Vor dem eigentlichen Text gibt es eine Kurzinformation zum Leben von Jane Austen und zu den Orten und den Personen des Romans. Zusätzlich stellt die Website zusätzliches Lernmaterial zum Buch zur Vertiefung.

Ich fand die Macmillan Version von Persuasion als Lehrmaterial sehr ansprechend und gut geeignet um fernab vom trockenen Grammatik- und Vokabelbüffeln ein bisschen Englisch zu lernen oder das bereits Gelernte wieder etwas aufzufrischen. Als Liebhaber von Persuasion kräuseln sich mir allerdings ein wenig die Fußnägel hoch. Aber das ist wirklich nur darauf bezogen, dass meiner Ansicht nach die Sprache Jane Austens im Wesentlichen das Buch ausmacht und nicht allein die Storyline. Für jemanden, der noch dabei ist Englisch zu lernen, ist die Sprache im Original mit Sicherheit aber schon eine große Herausforderung vor der vielleicht der eine oder andere zurückschreckt aufgrund der ungewohnten, altmodisch anmutenden Sprechweise der Personen. Deswegen ist die nacherzählte Macmillan Version eine tolle Gelegenheit, die Geschichte erst einmal kennenzulernen. Wenn die Handlung dann erst einmal klar ist, kann man sich ja auch mal an das Original wagen.

Ich habe kürzlich noch die BBC Verfilmung von Persuasion mit Ciarán Hinds und Amanda Root gesehen und kann diese nur jedem ans Herz legen. Auch wenn das Cover der DVD ein bisschen sehr kitschig wirkt, der Film ist es definitv nicht. Die beiden Schauspieler passen einfach perfekt zum Stoff und funktionieren spitze als Captain Wentworth und Anne Elliot.

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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