Grünkernburger-Premiere

Ich, als die fleischverschmähende Fraktion unserer Familie, bin ja immer auf der Suche nach neuen Gerichten, die in erster Linie lecker sind, aber auch möglichst einem drohenden Eisen-oder Vitamin B12-Mangel entgegenwirken. Linsen zum Beispiel, die ich als Kind und Jugendliche immer verschmäht habe, finden heutzutage häufig Verwendung bei mir, vor allem in der Form roter Linsen, die oft in der von mir heißgeliebten indischen Küche eingesetzt werden. Grünkern ist auch solch eine Zutat, die von Vegetariern und Veganern geschätzt wird, weil sie kalium-, magnesium-, phosphor- und eisenreich ist. Grünkern ist eigentlich Dinkel, der aber früher geerntet wird, nämlich dann, wenn er noch unreif ist. Ursprünglich deswegen, um Missernten zu vermeiden und das Ernteprodukt so schnell wie möglich einzufahren, bevor ungünstige Witterungsverhältnisse die Ernte verderben konnten.

Grünkernburger standen bereits lange auf meiner Koch-Wunschliste. Ausprobiert hatte ich vor Kurzem schon einmal Spaghetti Bolognese mit Grünkern statt Hackfleisch, was mir damals gut geschmeckt hat. Nun sind also die Grünkernburger an der Reihe. Nachdem man den Grünkern in geschroteter Form zusammen mit ein paar Haferflocken unter Beigabe von Gemüsebrühe hat ausquellen lassen, werden diverse andere Zutaten beigefügt und kräftig gewürzt – fertig ist die Masse für die Grünkernburger. Mit feuchten Händen formt man nun die Bratlinge und backt sie in Olivenöl in einer Pfanne von jeder Seite ca. 4-5 Minuten aus.

Dummerweise habe ich vergessen, das Ergebnis mit einem Fotoapparat festzuhalten, deswegen werde ich das Bild beim nächsten Versuch nachliefern, aber wenn man Grünkernbratlinge scroogelt und dann auf „Bilder“ klickt, dann sahen meine so aus, wie die leckersten, die die Suche hergibt.😎

Und ich kann nur eins sagen – *yummy*

Wer’s nachbacken will, hier sind die Zutaten (ergibt 13 Burger):

120 g geschroteter Grünkern
80 g Haferflocken
500 ml Gemüsebrühe
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Senf (den hatte ich leider vergessen, war aber nicht schlimm)
Semmelbrösel von etwa 1 Brötchen
1 Ei
Curry (reichlich)
Kräutersalz und Pfeffer (z.B. schwarzer und Cayenne je nach Geschmack)
Sojasauce und Ketchup Manis (für etwas Süße)
Olivenöl

Zubereitung:

Grünkern und Haferflocken mit heißer Gemüsebrühe bedecken und 20 min quellen lassen. In der Zeit die Zwiebel fein würfeln und die Knoblauchzehe häuten.

Nach dem Einweichen evtl. überschüssige Brühe abschütten und nochmals 10 Minuten nachweichen lassen.

Dann die Masse in eine Schüssel geben und mit den restlichen Zutaten vermengen. Hierbei ist darauf zu achten, dass alles eine teigähnliche Konsistenz bekommt und gut haftet. Abschmecken nach Gusto mit Salz, Pfeffer und den übrigen Gewürzen, jedoch nicht zu fade würzen.

Die Masse nochmals 10 – 15 Minuten ruhen lassen.

Mit feuchten Händen kleine Buletten formen und in die gut vorgeheizte und mit Olivenöl benetzte Pfanne geben. (Das hat bei mir nicht geklappt, ich habe dann einfach 2 EL genommen und die Masse in die heiße Pfanne gesetzt und dort zu Burgern geformt – ging perfekt!).
Von beiden Seiten ca. 4-5 Minuten ausbraten lassen. So werden die Bratlinge schön knusprig und bleiben innen saftig.
Die fertigen Burger sind kalt und warm serviert köstlich. Man kann sie z.B. als Frikadelle zu Salat essen, genauso gut wie als klassischen Burger im Brötchen mit z.B. Salat, Gurke, Tomate und Saucen nach Gusto.

So, zum Abschluss noch etwas Historisches zum Grünkern (da schmecken die Burger gleich nochmal viel besser):😆

Urkundlich wurde Grünkern erstmals im Jahre 1660 in einer Kellereirechnung des Klosters Amorbach erwähnt. Nasse Sommer mit Regen und Hagel, der das Getreide zu Boden drückt, hat es schon immer gegeben. Da machten die Bauern aus der Not eine Tugend: sie schnitten die noch unreifen Dinkelähren ab und trockneten (darrten) sie über dem Feuer, die noch unreifen Körner wurden jedoch nicht vermahlen, sondern gekocht. Wohlschmeckende und nahrhafte Speisen entstanden und halfen so, eine Hungersnot zu verhindern. Heutzutage wird der Erntezeitpunkt, der Tag der so genannten Teigreife, genau abgepasst. Anschließend wird der Grünkern gedarrt, wodurch er seine Keimfähigkeit einbüßt, aber mahlfähig wird. Neben Hildegard von Bingen begeisterte sich auch Pfarrer Sebastian Kneipp für dieses Getreide. Er benutzte gerösteten Dinkel wegen seiner wertvollen Eigenschaften als Kaffeeersatz, der Muckefuck, wie sein Dinkelkaffee im Volksmund später genannt wurde, war entstanden. Schließlich ist auch der vom Korn abgetrennte Spelz kein Abfallprodukt: Als Kissenfüllung gilt er schon seit Hildegard von Bingens Zeiten als Mittel zur Schmerzlinderung und Entspannung.

Quelle: hier

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