Timbuktu – Paul Auster

Mr. Vertigo war mein allererstes Buch von Paul Auster. Das ich es gelesen habe ist zwar schon ewig lange her, seitdem bin ich aber auf jeden Fall ein riesengroßer Fan des amerikanischen Schriftstellers. Dabei liebe ich ganz besonders, was einige Leser ziemlich an Austers Art zu schreiben irritiert – die immer an der Grenze zum Verrückten vorbeischrabbenden Handlungen seiner Romane.

War es bei Mr. Vertigo noch ein Waisenjunge, der von einem Schausteller adoptiert wird, weil dieser ihm beibringen möchte zur Ankurbelung seines müden Attraktionengeschäftes durch die Luft zu gehen, geht es in seinem Buch Die Musik des Zufalls um einen Mann, der zu einem Punkt, an dem er sich in einer Sackgasse seines Lebens befindet, eine Autoreise unternimmt und der sich den Folgen daraus resultierender unvorhersehbarer Ereignisse stellen muss.

Der Zufall ist immer ein großes Thema bei Paul Auster. Er scheint sich stets zu fragen, wie es zu bestimmten Lebensverläufen kommt und was geschehen müsste, damit jemand anstatt zum Beispiel Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG ein Obdachloser wird.

Um einen Obdachlosen geht es auch in Timbuktu, vielmehr um dessen Hund namens Mr. Bones. Dieser Mr. Bones ist der stetige Begleiter und einzig wahre Freund von Willy G. Christmas, einem Quell ausschweifender Betrachtungen und willkürlichem Geschick, dem einzig wahren Vertreter des Weihnachtsmannes auf der Erde. Willy geht es bereits bei einsetzender Handlung nicht allzu gut. Er hustet sich die Seele aus dem Leib, ein Resultat zu vieler Nächte auf der Straße, mangelhafter Ernährung und fehlender Wärme in den harten Wintern vergangener Jahre. Mr. Bones hat in den Jahren, die er schon mit Willy verbracht hat, gelernt, diesen nahezu vollständig zu verstehen – verbal! Deswegen weiß er auch so ziemlich genau, dass ihr beider Zusammensein nur noch von kurzer Dauer sein kann.

Wie sich Mr. Bones nach dem Ableben Willys durchschlägt und wem er dabei begegnet, darum geht es in Timbuktu.

Timbuktu beschäftigt sich mit dem Verlust von Nahestehenden und der sich anschließenden Trauer und macht dies einmal aus dem eher ungewöhnlichen Blickwinkel eines Hundes. Paul Auster legt dabei in seiner Ausarbeitung des Themas nahe, dass sich diese Trauer gar nicht so wesentlich von der eines Menschen unterscheidet. Für einige wird das Buch wahrscheinlich ziemlich komisch wirken, für mich ist es eine konsequente Weiterführung des bisherigen Werkes von Paul Auster. Schade ist lediglich, dass ich es nur in Deutsch vorliegen hatte, denn in seiner Muttersprache ist ein Mister Auster noch viel viel besser.

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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