[IV] Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Wenn ich den Namen Nikolai Gogol höre, muss ich unwillkürlich an die witzige Stelle in seinem Roman Die Toten Seelen denken, als er beschreibt wie der Gutsherr Manilow und sein Gast Pawel Iwanowitsch Tschitschikow das Wohnzimmer betreten wollen. In dem Versuch sich gegenseitig an Höflichkeit zu überbieten indem sie jeweils dem anderen den Vortritt lassen, betritt zunächst geraume Zeit keiner von beiden das Zimmer und schließlich bleiben sie fast im Türrahmen stecken:

„Endlich gingen die beiden Freunde gleichzeitig seitwärts durch die Tür, wobei sie sich ein wenig die Seiten eindrückten.“ (S. 37)

Als ich seinerzeit las, wie Gogol das beschrieben hat und mir das dann bildlich vorstellte, sind mir vor lauter Lachen Tränen die Backen runtergekullert.

Im Rahmen der Adventsaktion habe ich Nikolai Gogol von einer anderen Seite kennengelernt. In seiner Geschichte Die Nacht vor Weihnachten beschreibt er einen Vorweihnachtsabend, in dem außer realen Personen auch durchaus metaphysische Elemente wie Hexen und der Teufel die Szenerie bevölkern dürfen.

Der Teufel klaut den Mond vom Himmel und steckt ihn sich in die Tasche um mit ihm an seinem gegenwärtigen Feind, dem Dorfschmied, auf äußerst phantasievolle Weise Rache zu nehmen, weil dieser ein unschmeichelhaftes Bild von ihm gemalt hat. Der Schmied wiederum macht der Tochter des reichen Korsaren Tschub den Hof, die jedoch zu sehr von ihrer Schönheit überzeugt ist, um nur einem Verehrer allein ihre Gunst zu gewähren. Hinzu kommt, dass auch ihr Vater Tschub nicht gerade angetan ist von dem Schmied, eine Tatsache, die auf Gegenseitigkeit beruht.

Die Nacht vor Weihnachten ist keine losgelöste Geschichte, sondern gehört zu einem Band mit 8 Erzählungen Abende auf dem Weiler bei Dikanka, der in den Jahren 1831 und 1832 vom Autor geschrieben und veröffentlicht wurde.

Eine märchenhafte und bunte Weihnachtserzählung, die Gogol einmal wieder als einen höchst facettenreichen Schriftsteller mit viel Humor und Kreativität zeigt.

Nett zu Lesen und vom Umfang her (93 Seiten als allein stehende Erzählung) etwas für mal eben zwischendurch.

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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