Schuldig – Jodi Picoult

Trixie ist das erste Mal so richtig verliebt, aber ihr Freund Jason hat Schluss gemacht. Als sie auf der Party ihrer Freundin Zephyr (was für ein genialer Name!) versucht, ihn zurückzugewinnen, kommt es offenbar zu einem fürchterlichen Ereignis. Schuldig, so heißt der Roman von Jodi Picoult, und schuldig sind in der Tat einige der Figuren.

Da ist zum einen Trixies Mutter, eine angesehene College-Dozentin, die sich dem Thema Dante und dessen Göttliche Komödie gewidmet hat, in der es um die 10 Kreise der Hölle geht. Ihre persönliche Hölle ist die Affäre mit einem ihrer Studenten, obwohl daheim ihr loyaler Ehemann David auf sie wartet.

Aber auch David hat seine Geheimnisse. Aufgewachsen als einziger Weißer unter Yupik in Akiak ist er vor langer Zeit von dort geflohen, aufgrund einer Anschuldigung, der er sich nicht stellen konnte oder wollte. Seitdem ist seine Herkunft und sein vergangenes Leben in der Familie tabu. Beruflich zeichnet er Comics mit Superhelden, Übermenschen, denen es, anders als ihm selbst, gelingt, das Leben ihrer Lieben zu beschützen.

Das, was ich an Jodi Picoult so sehr mag, ist ihre ganz eigene Art, Geschichten zu erzählen. Von Beginn an ist man sofort mittendrin im Buch. Das ging mir schon bei My Sister’s Keeper so. Auch ein Roman, der einen packt und nicht mehr loslässt. Ein Thema, das sie häufig zu bewegen scheint, sind die Grundlagen moralischer Entscheidungen. Was ist richtig und was ist falsch? Gibt es solche schwarz-weiß-Ansichten überhaupt, wenn es um das reale Leben geht?

An Schuldig hat mir besonders gut die Verknüpfung mit den Comicstrecken gefallen, die hin und wieder im Buch auftauchen. Diese sind an die Auftragsarbeit angelehnt, die Trixies Vater David für einen großen Zeichentrick-Konzern angenommen hat und verlaufen parallel zur Handlung im Buch. Duncan, Davids Superheld, muss ebenso wie der Zeichner selbst, seine Tochter aus den 10 Kreisen der Hölle, so wie Dante sie sich vorgestellt hat, befreien.

Ein kleiner Aspekt, der mir nicht ganz so gut gefallen hat wie der Rest, ist das letztendlich sehr abrupte Ende des Romans. Man ist gerade noch mittendrin in der Story und hat auf einmal das Gefühl, aus ihr hinausgekickt zu werden. Da hätte ich mir einen etwas weicheren Abschluss gewünscht.

Ansonsten ist Schuldig ein äußerst kurzweilig zu lesendes Buch, das das Gefüge „Familie“ ganz nah und von innen beleuchtet. Dabei werden Dinge wie das Erwachsenwerden und Veränderungsprozesse in der Ehe thematisiert.

Ich freue mich sehr über eure Gedanken und euer Feedback! :)

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